Skizze einer Theorie 2


Mir/uns ist heute eine Theorie eingefallen, wie genau das morphogenetische Feld Einfluss nehmen kann, so dass es zu bestimmten Ereignissen kommt.

Man betrachte folgendes Diagramm (auf die Schnelle in Paint gepinselt):

morphodiagramm

Fasst man den Weg von einer beliebigen Ausgangssituation hin zum eintreffen eines “Morphoereignisses” als Kette von lauter kleinen unbedeutenden Ja-Nein-Entscheidungen auf, so stellt sich schnell die Frage nach der Vivisektion einer solchen Teilentscheidung.

Si-1 stellt im Diagramm die Situation dar, in der die Entscheidung stattfindet. Wenn man so will, die Variablenumgebung in der die Entscheidungsfunktion ausgeführt wird um es technisch darzustellen. Zusätzlich spielen i, z und m mit wobei i für den freien Willen steht, z für den klassischen Zufall und m für den Einfluss des morphogenetischen Feldes.

Das eine Entscheidung nur mit einer entsprechenden Situation zusammen überhaupt Sinn macht dürfte sofort einleuchten, denn ohne Bedingungen, ohne Voraussetzungen und ohne Erfahrungen ist eine Entscheidung nicht denkbar. Welchen Bezug hätte sie schon?

Die anderen drei Parameter sind aber nun wesentlich interessanter. Spielt man mit ihnen, erhält man die unterschiedlichsten weitläufig bekannten Theorien und Denkansätze. Lässt man z.B. das i weg, eliminiert man den freien Willen, welcher ohnehin gerne mal in Frage gestellt wird. Weglassen von z eliminiert den Zufall, an den längst nicht jeder glaubt. Und legen wir das m beiseite, so sind wir beim klassischen Hybridmodell welches sowohl dem freien Willen als auch dem Zufall einen Platz einräumt aber das morphogenetische Feld nicht kennt. Andere Parameterkombinationen führen ebenfalls zu interessanten und teils bekannten Modellen. Jedenfalls ist es sehr leicht und fast natürlich das m in dieser Formel unterzubringen und mir fällt eigentlich nichts ein was gegen dieses Modell sprechen würde. Kritiken sind herzlich willkommen.

Nach dieser kleinen Ausschweifung jetzt wieder zum roten Faden: Der Einfluss des morphogenetischen Feldes findet meiner Meinung nach nicht an einer speziellen Stelle statt in der es uns quasi den freien Willen entreißt und den Zufall völlig aussticht, sondern eben an jeder dieser kompromittierbaren Entscheidungsschranken. Das führt zu objektiv sehr sehr schwer nachvollziehbaren Kausalitätsketten und zu einer dynamischen Fehlerkorrektur. Siegt der freie Willen in einer Entscheidung, wiegt in der nächsten vielleicht der Einfluss des Feldes höher und in wieder einer anderen gewinnt der Zufall.

Jedoch geht es ja nicht um nur eine Hand voll Teilentscheidungen. Man kann beliebige Vorgehen beliebig klein sezieren und stellt fest, dass eigentlich selbst ein trivialer Vorgang wie -sich ein Brot schmieren- unabsehbar viele Entscheidungen beinhaltet.

Unter anderen zunächst die typischen wie “Toast oder Brot?”, “Welcher Belag?”, “Butter oder nicht?”. Aber wer bestimmt welches Buttermesser wir aus der Schublade greifen oder mit welchem Finger wir den Kühlschrank öffnen? Vielleicht haben wir auch eine spontane Lust auf eine Gurke zum Brot oder lassen die fertige Stulle “aus Versehen” fallen. Ich denke selbst ein solch trivialer Vorgang besteht aus einer Summe von unterbewussten Entscheidungen im dreistelligen Bereich, vielleicht noch mehr, wer weiß das schon. Da siegt das Gesetz der großen Zahl. Die gewaltige Menge an Entscheidungen die alle eine minimale Veränderung ihrer Zufallsgewichtung erhalten haben bilden zusammen eine Richtungstendenz. Wieso fließt der Wassertropfen genau so an der Scheibe entlang wie er nun mal geflossen ist? Ist ja keine sichtbare Furche drin; Dafür aber vielleicht zweihunderttausend mikroskopisch kleine Staubkörnchen oder ein winziger Rest Putzmittel vom letzten Fensterputzen.

Viel Raum für das morphogenetische Feld seine Finger unauffällig im Spiel zu haben. Aber natürlich möchte ich dieses Feld hier nicht als lenkendes Individuum darstellen, sonst könnte ich gleich von Gott reden, was ich ganz bewusst nicht getan habe und nicht tun werde. Vielmehr sind schließlich auch Rückkopplungen im Spiel, unser Feedback ins Feld.

Das ganze soll also eher als ein Prozess verstanden werden, als eine Kommunikationsstruktur, als ein Gedankenpuffer, als … na ja, vielleicht finden wir es noch raus :)

~ Nex ~, 2007

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2 Kommentare auf "Skizze einer Theorie"

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Raffgy
Gast

Absolut super… mich begeistert vor allem, dass die Quintessenz einer Abhandlung zum gleichen Teilthema von mir genau gleich klingen würde – obwohl ich den mystischen, magischen, esoterischen ‘sonst könnte ich gleich von Gott reden’ Weg gehen würde… Letztlich ist es eben doch egal welche Methoden und Hilfsmittel und Werkzeuge man verwendet, wenn man dem Ergebnis gegenüber offener eingestellt ist….

Esoterik Fan
Gast

Ich muss gestehen das ich den Beitrag hier mehr als 4x lesen musste, um dieses genau zu verstehen :-)
Und dann muss ich sagen das ich den Artikel wirklich super finde, auch wenn ich ihn auf Anhieb nicht direkt “richtig” interpretiert habe :-)