Umarmt die Kälte! | Lyrik 2


Seit tausenden von Jahren, vermutlich seit Anbeginn der Menschheit, wird die Kälte als einer der großen Antagonisten des warmblütigen Lebens gefürchtet. Wir packten uns in Textilien ein, um uns zu schützen, wir bauten Häuser, die uns in der Nacht dämmen sollten, wir erfanden das Feuer, um die Kälte ein für alle mal zu vertreiben. Uns aus ihrer Umarmung lösen und sie aus unseren Herzen vertreiben.

Ich stehe knöcheltief im kalten Wasser des Flusses, hinter mir das schneebedeckte Ufer.
Ich möchte die Kälte umarmen. Mich ihr hingeben.
Sie als das begreifen, was sie ist: der große Antagonist der Wärme und des Lebens und doch der große Protagonist der Heilung.
Was, wenn sie in Wirklichkeit nur meine Liebe möchte?
Sie mich umarmen, jedoch nicht ersticken, erkalten lassen möchte?
Ich wate den Fluss hinein, bestimmt, weniger frierend als ich gedacht hätte.
Ich will die Kälte fühlen, wie sie mein warmes, schlagendes Herz umfängt.
Ich strecke meine Arme aus und lasse mich nach vorne fallen, direkt in das kalte, fließende Wasser.
In die Arme der Kälte.
Umarmung trifft auf Umarmung.
Liebe auf Liebe.
Nicht ich werde kalt.
Die Kälte wird warm.


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Corinna
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Hallo, Alex!

Den letzten Satz würde ich mir am liebsten einrahmen und aufhängen! Großes Kino! Und wie immer unheimlich schöne Aufnahmen!

Liebe Grüße,
Corinna