Die Nacht der Wunder 2016 3


Die letzte Rauhnacht, vom 05.01. auf den 06.01. ist unter mehreren Namen bekannt: Drekönigsnacht, Hollanacht, Perchtnacht, Perchtlnacht, Epiphaniasnacht oder auch die Nacht der Wunder. Je nach Zählung wird diese Nacht entweder als Abschluss der Rauhnächte mit einer dreizehnten Nacht oder der regulären zwölften Nacht betrachtet. Bezugnehmend auf meinen letzten Artikel dazu, in dem ich zitiert habe, dass die erste Nacht die Nacht vom 25.12. auf den 26.12. sei, wäre sie Nr. 12. Man kann aber sicherlich getrost davon ausgehen, dass die Tore zur Anderswelt sich eben NICHT schlagartig öffnen und schließen und man den kompletten Zeitraum vom 21.12. bis zum 06.01. (inklusive) als Rauhnachtszeit betrachten kann, auch wenn das gern anders geschildert wird:

Ein letztes Mal saust die Wilde Jagd durch die Lüfte, ehe sich die Tore zur Anderswelt wieder schließen.

(Quelle)

Zur Nacht der Wunder sagt die Quelle:

Alles was du in den Rauhnächten erfahren hast, wie du mit diesen Erfahrungen umgegangen bist, welche Botschaften du erhalten hast und welche Reaktionen diese in dir hervorgerufen haben.
Das alles soll noch einmal betrachtet werden. Es ist, als würdest du die Rauhnächte Revue passieren lassen und aus der Summe des Erlebten ein Paket an dich selbst schnüren. Prüfe ein letztes Mal in dieser energiereichen Zeit, ob du voll und ganz mit diesem Geschenk an dich selbst einverstanden bist. Hast du vielleicht etwas vergessen oder bedarf es einer kleinen Korrektur? Es ist ausserordentlich wichtig, dass es wirklich das richtige Geschenk für dich ist.

Das ist natürlich eine relativ esoterische Betrachtung und dreht sich in erster Linie um die eigene Innenwelt. Positiv daran ist auf jeden Fall, dass eine eigene Kontrolle suggeriert wird und das ist auch wichtig zu verstehen:

Prophetie hat nie etwas mit Kontrollverlust zu tun. Mit der Bewusstwerdung, der Lenkung unserer Aufmerksamkeit und der eigenen Bewertung der Dinge und Gefühle in unserem Leben, haben wir selbst unser Leben und seinen Verlauf an der Hand.

Weil ich das für das Wichtigste halte, will ich den restlichen Artikel nicht dafür nutzen verschiedenen Perspektiven oder Bräuche zur Dreikönigsnacht zu zitieren. Wer sich dafür interessiert, findet im Netz genug Informationen, unter Anderem hier:
Taste of Power (Ein Blog, der jede Rauhnacht für sich genauer betrachtet hat)
Sagen.at (Sehr schöne Geschichte über die Legende der Frau Perchtl)
Wikipedia zu “Hochneujahr”

Ich habe mir die Nacht der Wunder für meine Reise auf die Wegkreuzung aufgehoben, worum es hier im Weiteren gehen soll:

Kurz und knapp: Ich habe es leider nicht geschafft mich, wie hier diskutiert, nachts auf eine Wegkreuzung zu setzen und das Ritual zu machen. Grundsätzlich zwinge ich mich nicht zu Reisen und Ritualen, denn nach meiner Erfahrung funktioniert das schlecht. Stattdessen habe ich zu Hause geräuchert, Kerzen angezündet und mit der Akzeptanz, dass das Wegkreuzungs-Ritual noch aussteht und zu mir kommen wird, wenn die Zeit reif ist, ein wenig getrommelt. Die Trommel ist relativ neu und klein, kann dafür aber einen ziemlich mächtigen Ton erzeugen (es wird dazu sicherlich irgendwann mal ein Youtube-Video im Stil von An den Wind geben :) und hat es tatsächlich geschafft mich in eine Stimmung zu tragen, die ich mir für die Nacht der Wunder perfekt vorstellen konnte.

Trommel

Es war, als würde mich jeder Trommelschlag in das Aufblitzen einer Erinnerung des vergangenen Jahres führen und der Nächste es wieder verblassen lassen. Nach und nach Blitzten alle Themen des Jahres auf und ich merkte, wie sie verknüpft wurden mit einer Art von Abschluss-Energie – nicht traurig oder wehmütig oder etwas in der Art, sondern eher mit dem Hauptaugenmerk auf die aktuelle Bedeutung. Das referenzierte auf eine bestimmte Strömung: dass ich mich im Jahr 2015 scheinbar etwas von der Spiritualität und der Esoterikszene entfernt habe, ich nach Veränderung und Selbstverwirklichung strebte, sehr viele neue Projekte begonnen oder wiederbelebt hatte und mich allgemein wieder mehr der Technik zuwandte. Das Wunder, das mein Geist im Klang der Trommel erkannte, hatte ganz viel mit einer Art Selbsterkenntnis zu tun.

Ich fragte mich, was ich auf der Wegkreuzung inmitten der tanzenden Dämonen hätte erfahren können, jetzt, zu diesem Zeitpunkt und ich wusste mit unerwarteter Bestimmtheit, dass es nur Positives hätte sein können. Ich war immer schlecht darin die Geschenke der Welt adäquat anzunehmen und das wird auch immer irgendwo in mir bleiben – aber im tiefen Raunen des Trommelschlags hörte ich meinen Willen und meinen Wunsch sie mehr denn je anzunehmen und zu lieben. Kurz war es tatsächlich so, als würde mir etwas zuflüstern, in meinem sicheren Kreis, in meiner Wohnung im Palo-Santo-Rauch, dass alles schön werden wird und ich gar keinen Grund hatte vermeintliche Totenzüge heraufzubeschwören.

In meinem Artikel über Rauhnächte und Wegkreuzungen schrieb ich, dass es vielleicht möglich sei den tanzenden Dämonen einen Teil des Dark Passengers zur Transformation zuzuführen – doch in diesem Moment während der Trommelreise wusste ich, dass ich im Moment nichts von mir in dieser Art und Weise, als Pakt mit einem Dämon, hergeben musste. Ich versuchte kurz das Gefühl zu greifen… ob es nur Angst war oder die Unfähigkeit etwas altgeliebtes, schweres loszulassen, doch ich fand es nicht. Alles was ich fand, war Zufriedenheit mit mir selbst und meinem Sein.

Tatsächlich bescherte mir die Nacht der Wunder später auch noch einen letzten plastischen und detaillierten Traum, der sich sehr konkret auf eine Freundschaft bezog, die vor kurzem erst wieder neu auflebte. Dies ist aber natürlich unwichtig für den Artikel ;)

Ich hoffe ihr konntet auch noch etwas vom Ende der Rauhnächte mitnehmen. Eines Tages wird es das Kreuzungsritual bestimmt mal geben – doch geplante spirituelle Erfahrungen, die sich auf feste Rituale, Daten und Zeiten beziehen – das war nie mein Ding und wird es hier im Blog wahrscheinlich auch selten geben.


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Max
Gast
Max

End schön geschrieben. und sehr anregend

auf halbem weg durch den artikel bin ich raus in die nacht gegangen auf eine kreuzung. war kein richtiges ritual (sind auch nur 2 dämonen gekommen, ohne zu tanzen), aber ich habe auch über das letzte jahr nachgedacht und über das kommende. bin auch sehr guter dinge für 2016 (nicht nur wegen im anderen Kommentar erwähnten drogen ;)

Alex
Gast

Sehr schön zu hören, dass dich der Beitrag dazu inspiriert hat auf eine Kreuzung zu gehen :) Die Dämonen hatten nicht zufällig zwei große leuchtende Augen und haben seltsame, hupende Töne von sich gegeben?!? Freut mich auch zu hören, dass du guter Dinge für 2016 bist. Vielleicht treffen wir uns ja mal spontan zu einem Ritual auf einer Kreuzung o.Ä. :)

Max
Gast
Max

ja so ähnlich war das mit den dämonen :D
können uns gern mal wieder sehen.