Unus Zerum 6


Wird Zeit mal wieder eine kleine Ankündigung zu machen und ein „neues“ Projekt vorzustellen: Unus Zerum. Neues steht deswegen in Anführungszeichen, weil der Kern des Projektes alles andere als neu ist. Tatsächlich gab es sogar vor einigen Jahren schon mal einen Versuch meinerseits das Thema auf einem eigenen Blog vorzustellen, dessen Konzept sich aber leider nicht durchgesetzt hatte. Im Groben geht es um meine seit jeher existierende Liebe zum Schreiben, doch darum geht es aber ja hier im Morphoblog oder auch auf Dark Passenger auch schon. Konkreter also: Um Prosa, alte Kurzgeschichten und vor allem meine Prosa-Projekte 1/0 und 1/0/2 (und die hoffentlich noch folgenden, die bisher nur aus Skizzen und Ideen in meinem Kopf bestehen).

Unus Zerum

Der Grund dafür, das auf einer neuen Seite zu machen, ist verknüpft mit dem gewählten Namen; Unus Zerum ist ein relativ junger Künstlername, den ich für mich entdeckt habe und der lose auf den Protagonisten Eins-Null aus 1/0 referenziert. Ich habe ihn bereits auf Youtube, Dark Passenger und Ethnobotanica als Künstlernamen etabliert und verknüpfe ihn mit dem Symbol aus Erde zu Erde. Das Symbol erstand zwar aus einem vollkommen anderen Grund, enthält aber die Initialen des Namens: Links das um 90 Grad gedrehte U, rechts ein Dreieck, das ebenso wie das Z aus drei Strichen besteht.

Unus Zerum

Diese Interpretation einer im Nachhinein verborgenen Bedeutung ergibt natürlich auch nur im Nachhinein Sinn, demonstriert aber gut die puzzleartige Struktur einer solchen Interpretation: In der zugehörigen Reise damals am Wasser, die mir den Stein schenkte, den ich in die Wüste bringen sollte, offenbarte sich mir das Symbol und verknüpfte es automatisch mit einem Teil meiner Vergangenheit, den ich auf der Reise in die Wüste (Beitrag in Arbeit) finden sollte. Der Text „Der Ruf der Wüste„, der vor der tatsächlichen Reise geschrieben wurde, enthält das Element der Identitätsfindung in seinem Kern und die Fortsetzung „Im Zentrum der Wüste“ (In Arbeit) erzählt diese Suche weiter. Wenn sich also das Symbol auf der Suche nach mir selbst als Geschenk der geistigen Welt offenbarte – was liegt näher, als es zum Symbol eines neuentdeckten Künstlernamens zu machen?

1/0 war als Prosa-Projekt immer näher an meinem Herzen als so viel anderes, was ich geschrieben habe. Nicht nur an meinem Herzen, nein, auch untrennbar mit meiner Identität verknüpft. Der Protagonist Eins-Null war immer als Facette meiner Selbst konzipiert, doch als Künstlernamen konnte ich Eins-Null nicht benutzen, da weder ich selbst noch eine etwaige Kunstfigur auf Basis meiner Selbst tatsächlich Eins-Null, die Figur aus dem Endzeit-Universum, waren.

Unus Zerum ist den latinischen Zahlworten entnommen; Unus ist dabei die Kardinalzahl für 1, Zerum das Zahlsubjektiv für 0. Korrekt würde eine 1:1-Übersetzung von Eins-Null eher Unus Nullus heißen (Nullus = Kardinalzahl für 0) (Quelle). Da sich aber Kardinalzahl und Zahlsubjektiv für 0 in der Erscheinung nicht unterscheiden, habe ich hier aus phonetischen und lyrischen Gründen eine Kombination aus beiden gewählt.

Damit erst mal genug zur Namensfindung und ein paar Worte zum Kernelement der Seite:

1/0

1/0 - Titel

Das Projekt 1/0 begann für mich vor nunmehr über 15 Jahren, im Jahr 2000. Zu der Zeit schrieb ich öfter mal Kurzgeschichten. Auch das erste Kapitel von 1/0 war also solche geplant – der Sinn für Epik oder einer weiterführenden Geschichte hatte in meinem Bewusstsein noch keinen Platz gefunden. Und am Besten sollte man den Beginn der Geschichte auch so betrachten. Ich hatte nie im Sinn, daraus mehr als eine Aneinanderreihung mehrerer Kurzgeschichten werden zu lassen, die bestimmte Themen zu verarbeiten suchten und dabei sprachlich und inhaltlich aus einem jungen Geist flossen.
Mit der Zeit, in der sich dieser Geist und das Thema und die Art und Weise, in der es bei mir an die Oberfläche drang, veränderte, entwickelte sich auch der Protagonist und so wurden die immer neuen Kapitel, einerseits zu etwas, was neue Lebensabschnitte symbolisierte und sehr eigenständig existierte und andererseits zu neuen Puzzlestücken in der großen Geschichte, die sich abzeichnete: Die Geschichte einer Suche, die nun mal aus Puzzlestücken besteht. Aber auch, ganz deutlich ausgesprochen: die Geschichte einer Depression und die Geschichte der Suche nach und dem Kampf gegen sich selbst.
Erst nach vielen Kapiteln bekam ich selbst eine Ahnung davon, zu welchem Bild sich alles am Ende zusammensetzen würde.
Dieses Entstehen im Fluss, an meiner Seite, als Ventil meiner Träume und Skizze meines Weltbildes, führte dazu, dass ich auch meinen eigenen Weg immer besser erkannte.

Im Jahr 2008, noch bevor das letzte Kapitel geschrieben war, fassten meine gute Freundin Ruth und ich den Entschluss, das Ganze zu einem gemeinsamen Projekt zu erweitern; immer schon war sie als Künstlerin einer der wenigen Menschen gewesen, die jedes Kapitel sofort gelesen hatten, sobald es fertiggeschrieben war. Ursprünglich war geplant, Illustrationen anzufertigen, die als Titelbilder fungieren sollten.

Als die Illustrationen fertig waren, formierte sich die Idee, das Projekt vielleicht doch einmal bei dem ein oder anderen Verlag vorzustellen. Die Verlagssuche scheiterte – aus vielen Gründen. Das Projekt ist für mich nie ein kommerzielles gewesen und konnte es deswegen vermutlich auch nie werden. Es war immer mein Herzblut, aber die meiste Zeit stand es im Schatten meiner selbst und fühlte sich dort auch wohl. Dass kein Verlag damit etwas anfangen konnte, war mir also immer am liebsten. Das bedeutet aber nicht, dass es nicht doch in irgendeiner Art und Weise künstlerisch ausdrückbar sein kann.

Aus diesem Grund habe ich mich entschieden dem Projekt auf einer vollkommen freien Art und Weise noch einmal eine Plattform zu bieten.

Der neue Blog

Auf der Seite gibt es bisher eine kleine Vorstellung der Seite und deren Intention, eine genauere Beschreibung des Projektes 1/0 als Zusammenfassung, ein persönliches Vorwort zum Projekt von mir, aus dem auch Passagen aus der obigen Vorstellung stammen, sowie ein Vorwort der Illustratorin. Außerdem gibt es auch ein Exposé, welches, wie es sich gehört, ohne Überraschungen (also Vorsicht, SPOILER!) den Plot, die Welt und die Figuren vorstellt. Ein „Über mich“ mit verstärktem Bezug zum Schreiben gibt es ebenfalls schon.

Geplant ist für die Plattform nach und nach (ich strebe einen wöchentlichen oder zweiwöchentlichen Turnus an) alle Kapitel überarbeitet als einzelne Beiträge zu veröffentlichen. Diese werden dann hier als eigene Kategorie zu finden sein. Zusätzlich möchte die Illustrationen, die zusammen mit dem Kapiteln veröffentlicht werden, auch noch einmal einzeln posten (hier die zugehörige Kategorie) und etwas dazu erzählen (Gedanken der Illustratorin, Verlauf der Planung, geplanter Einsatz usw.). Dadurch möchte ich mir selbst eine Plattform schaffen, auf der ich auch die sich aktuell in Arbeit (und das wird noch einige Zeit lang so sein) befindende Fortsetzung 1/0/2 veröffentlichen kann. Daneben soll es auch Veröffentlichungen alter Kurzgeschichten geben; ob es sich dabei nur um Prosa handeln wird, die noch nirgendwo sonst (Dark-Passenger, Morphoblog) veröffentlicht wurde, weiß ich noch nicht, aber selbst davon gibt es einfach genug, die ich mir gern mal wieder zur Brust nehmen und sie damit aus der Schublade holen würde.

Ich selbst verspreche mir von dieser Plattform vielleicht den einen oder anderen neuen Impuls zum Schreiben zu bekommen. Wie ich im „Über mich“ auf Unus Zerum beschreibe, war das Schreiben tatsächlich immer schon, von klein auf, eine meiner größten Leidenschaften. Und manchmal, immer öfter, hänge ich dem Schreiben und dem Gefühl dabei etwas zu erschaffen und in etwas einzutauchen, eine Geschichte zu erzählen und in ihrem Kerngefühl aufzugehen, nach, weil es viel zu selten passiert. Des Weiteren hoffe ich damit ein wenig „Ordnung“ in meinen Kopf und meine Ideen zu bekommen und vielleicht auch mal hin und wieder von Roman-Ideen zu erzählen, die mir so im Kopf herumgeistern.

Ich freue mich also sehr über Rückmeldungen, Kommentare und Kritik, gern auch auf die bisherigen, einführenden Texte wie Vorwort und Exposé.


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