Der erste VLog und noch mehr Youtube-Theorie 5


Ich hatte ja bereits in diesem Beitrag vage angekündigt, dass ich mich womöglich nicht damit zufrieden geben werde, hin und wieder kleine Sequenzen wie das erste Video auf meinem Youtube-Kanal, online zu stellen.

Weil ich doch immer wieder an den Punkt komme, einfach mal draufloszureden, es dann aber nicht mache (und auch keinen Artikel für den Blog darüber schreibe, weil ich im nächsten Moment oft zu faul dafür bin), weil mir das „Offizielle Dasein“ (ich weiß gerade nicht, wie ich es besser nennen soll) meiner Youtube-Präsenz fehlt, habe ich nun einmal ein kleines Vorstellungsvideo für den Kanal gemacht.

In dem Video soll es einfach nur darum gehen dem Kanal (m)ein Gesicht zu geben – da das für mich immer eine eher unangenehme Sache war (im Zeitalter der VLogs, Follow-Me-Arounds und Let’s Plays mit Facecam vielleicht sogar noch weniger gut zu verstehen), die mit Sicherheit auf einer Selbstwert-Problematik gründet, hat das für mich nicht nur einen Persönlichkeitsentwicklungsaspekt (Künstlerische Selbstverwirklichung?) sondern auch einen Therapeutischen. In der Theorie zumindest.

Ein weiterer Grund für das Video ist ganz einfach der, dass ich ungern Dinge aus dem Zusammenhang gerissen in die Welt werfe. Nein, das kann ich so eigentlich nicht sagen. Oft mögen meine Expressionen womöglich genau so wirken. Besser und anhand eines Beispiels ausgedrückt: bevor ich ein „Let’s Urbex“ online stelle, in dem man mich selbst nicht sieht und mir bei der Erkundung eines Lost Places folgt, will ich, dass der Zuschauer weiß, dass es sich hierbei um ein bewusstes Werk handelt, wer dahintersteht und wo die Authentizität des Urbexers beginnt und ab wann sie mit der Kunstfigur verschwimmt, die genauso Teil des Kanals ist, wie ICH das bin.

Bevor ich noch ein paar Absätze mit Theoretisierungen langweile, hier erst mal das Video.
Sehr gern könnt ihr mir bei dem Video eine Kritik dalassen. Allein im technischen Bereich bin ich blutiger Anfänger und ich werde gern auf mögliche Verbesserungen hingewiesen, was Bild, Ton, Effekte oder Komprimierung angeht (Beachtet dabei bitte, dass die Videoqualität von Youtube im Normalfall eurer Bandbreite angepasst wird!).

Ich vertrete die Meinung, dass der Rezipient ein Kunstwerk immer in Kombination mit dem Dasein des Künstlers und in gleichen Teilen mit dem Dasein der Kunstfigur, als die der Künstler im Akt der Modellierung auftritt, erkennt.

Damit hier keine Missverständnisse auftreten und um das zu relativieren: der V-Log ist natürlich kein Kunstwerk, weder im Konzept noch in der Umsetzung. Aber ein Kunstwerk ist in Referenz auf den letzten Absatz meiner Meinung auch immer ein „Gesamtbild“; der Künstler – die Kunstfigur – der Mensch dahinter. Und in den wenigsten Fällen die Intention, die Technik, das Handwerk oder gar eine konkrete, kontroverse Aussage.

Ich kann aber auch nachvollziehen, wenn dieser Kunstbegriff für die meisten Rezipienten nicht erschließbar ist. Ich bin mir nicht mal sicher, ob es sich hierbei um eine anerkannte, kunsttheoretische Betrachtung der Sache handelt – ich habe dies in meinem Studium nie ausformuliert gehört.

Diese speziellere Betrachtung ist allerdings auch der Grund, wieso ich die Figuren und die Kunstfertigkeit hinter all den Pop-Kulturellen Strömungen sehen kann, die von den „echten“ Kunstliebhabern mit einem Kopfschütteln in den Bereich des Trash (falls überhaupt) geschoben werden; Und ich rede hier nicht von zeitgenössischer Literatur oder hoch gehandelten modernen Filmwerken, sondern von der Youtube-Szene itself.

Ein Dner, Unge, HandOfBlood oder Gronkh konnte sogar in den Let’s Plays durch die Darstellung einer Kunstfigur ein gewisses Bild zeichnen und mittlerweile sind wir an dem Punkt angekommen, an dem die großen Youtuber zu Videoschnittkünstlern werden, deren Follow-Me-Arounds manchmal einfach nur eindrucksvoll demonstrieren, wie sehr hier ein geschulter Blick für die „Dramaturgie des Momentes“ besteht.

Hier wird nicht in erster Linie Handwerkszeug ausgepackt. Hier wird die gezeichnete Figur begleitet und eine Geschichte erzählt.

Und hier will ich den Bogen schlagen: Was ich immer wollte und was sich wie ein roter Faden durch all die Facetten meines künstlerischen Ausdrucks zieht, ist genau das: ich will Geschichten erzählen. Das hat sich bei mir so sehr eingebrannt, dass mein eigenes Leben in erster Linie durch seine inhärente Dramaturgie interessant und lebenswert wird.

Im Medium des Films sehe ich und erhoffe mir dazu neue Möglichkeiten, die mich selbst mehr beinhalten können. Aber was es letztlich wird, weiß ich nicht.

Hier geht es zu dem Video auf Youtube und hier zu meinem Kanal (zum Abonnieren :).


Ähnliche Beiträge
Wie ja bereits in meinem

Mit mir und/oder dem Morphoblog verknüpfte Profile in verschiedenen sozialen Netzwerken:

Hinterlasse einen Kommentar

5 Kommentare auf "Der erste VLog und noch mehr Youtube-Theorie"

Benachrichtige mich zu:
avatar
Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung